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Maurizio Libertini im Interview zur GreenCoffeebar

2025 wurde das Bistro der Firma Freudenberg erstmals mit dem Siegel GreenCoffeebar zertifiziert. Mit dieser Gewährleistungsmarke zeichnen wir Kaffeebars in Betrieben aus, die besonderes Engagement für ganzheitlich nachhaltige Gastronomie und Kaffeegenuss zeigen.

Das besondere an diesem Standort ist, dass die Betriebsgastronomie bereits seit 2024 GreenCanteen zertifiziert ist und mit der darauf folgenden GreenCoffeebar Zertifizierung zum ersten mal eine Doppelzertifizierung erreicht wurde.


Federführend wird das GreenCoffeebar-Projekt von Maurizio Libertini, dem Leiter der Kaffeebar und dem Konferenzcatering bei Freudenberg, begleitet. Nach der Siegelübergabe beschrieb er uns im Interview, wie es zu der Zertifizierung kam, welche Veränderungsprozesse damit einhergingen und wie es weitergeht.


Maurizio Libertini (Mitte) und sein Team bei der Siegelvergabe für die GreenCoffeebar (Quelle: Freudenberg)


GreenCanteen: Was hat euch dazu bewegt, sich für eine GreenCoffeebar-Zertifizierung zu entscheiden? Gab es einen konkreten Auslöser oder ein Ziel?

Maurizio Libertini: Unser Firmenslogan trägt ja das Wort "Innovation" in sich. Nachdem unser Betriebsrestaurant als Green Canteen zertifiziert wurde, hat es sich für uns ganz selbstverständlich angefühlt, noch einen Schritt weiterzugehen. Die neue Coffeebar im Erdgeschoss war dafür die perfekte Bühne.

Wir wollten sehen, wie wir das Thema Go Green auch dort sinnvoll integrieren können – und ehrlich gesagt hat uns auch der Gedanke gereizt, als Erste in unserer Branche beide Zertifizierungen unter einem Dach zu vereinen.

Für uns war klar: Wir möchten mutig bleiben, ausprobieren, was möglich ist, und als Team gemeinsam neue Wege gehen.


Quelle: Freudenberg


GreenCanteen: Welche Kriterien der GreenCoffeebar-Zertifizierung haben euch besonders überrascht oder neue Perspektiven eröffnet?

Maurizio Libertini: Gerade im Bereich Kaffee, der für uns eine zentrale Rolle spielt, haben wir viel gelernt. Die Umstellung auf Bioqualität ging erstaunlich unkompliziert und sogar regional – das hätte ich so nicht erwartet.

Natürlich gibt es langfristig noch Luft nach oben: Direct Trade oder vielleicht sogar eine eigene kleine Rösterei wären Träume, die wir irgendwann gerne angehen würden. Aber schon jetzt zu sehen, was mit überschaubarem Aufwand möglich ist, war für uns sehr motivierend.


GreenCanteen: Deckt die Zertifizierung die branchenspezifischen Herausforderungen deiner Meinung nach gut ab?

Maurizio Libertini: Ja, ich finde, die Zertifizierung trifft die Herausforderungen unserer Branche sehr gut. Besonders beim Thema Snacks und Zwischenverpflegung spüren wir den Einfluss der sogenannten „Generation Znack“: jung, neugierig, spontan und offen für Neues.

Für uns bedeutet das: Es geht nicht nur um schnelle Verpflegung, sondern um Lifestyle, Gesundheitsbewusstsein und Nährwert. Gerade der Fokus auf Proteine spielt eine immer größere Rolle. Die Kriterien helfen uns, kreativ zu bleiben, neue Produkte zu testen und unseren eigenen gastronomischen Horizont laufend zu erweitern.


GreenCanteen: Welche Maßnahmen habt ihr im Rahmen der GreenCoffeebar-Zertifizierung umgesetzt, und welche davon empfandet ihr als besonders wichtig oder wirkungsvoll für das Unternehmen?

Maurizio Libertini: Bei der Zwischenverpflegung war uns besonders wichtig, ein wirklich gutes Pendant zum Betriebsrestaurant zu schaffen. Die Coffeebar soll ganztägig das bieten, was unsere Gäste brauchen: etwas Leckeres, Gesundes und gleichzeitig Nachhaltiges.

Unser Anspruch war, dass das Angebot nicht nur praktisch und vielfältig ist, sondern auch einen Beitrag leistet – für die Gesundheit unserer Mitarbeitenden und für den Planeten.


GreenCanteen: Wie haben diese Maßnahmen euren Betriebsalltag oder die Nachhaltigkeitskultur verändert?

Maurizio Libertini: Interessanterweise hat sich unser Alltag durch die Zertifizierung kaum verändert. Das liegt vor allem daran, dass wir als Team das Thema Nachhaltigkeit schon vorher sehr konsequent gelebt haben – vor allem durch das GreenCanteen‑Projekt.

Im Grunde hat sich das Ganze einfach räumlich erweitert: Was in dem Betriebsrestaurant bereits etabliert war, ist jetzt auch in der Coffeebar spürbar. Und das fühlt sich wie der nächste logische Entwicklungsschritt an.

 

Von links: Maurizio Libertini, Esther-Maria Loidl, Alexander Thiel und Simon Kuhn in der zertifizierten Kaffeebar (Quelle: Freudenberg)


GreenCanteen: Gibt es darüber hinaus etwas, das du rückblickend als besonders hilfreich, wertvoll oder auch überraschend am Projekt empfunden hast?

Maurizio Libertini: Besonders überrascht hat uns, wie viel wir bereits umgesetzt hatten – oft mehr, als uns selbst bewusst war. Und das, was noch fehlte, ließ sich viel einfacher umsetzen, als wir dachten.

Der nahezu fehlende Aufpreis bei Biomilch oder die einfache Umstellung auf Biokaffee – inklusive Kostenersparnis durch die neue Rösterei – waren echte Augenöffner. Diese Erfahrungen haben uns gezeigt: Nachhaltigkeit muss weder kompliziert noch teuer sein. Manchmal braucht es nur den Mut, einfach anzufangen.


Wir danken Maurizio sehr für die Einblicke und freuen uns, Freudenberg zur GreenCanteen-Community zählen zu können.

 
 
 

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